Göttgerath

Grabungsarbeit
Grabung Göttgerath
Grabungsfoto
Funde
Geschichtsverein macht Geschichte
 
Beschreibung

Es bestehen keine urkundlichen Hinweise über den untergegangen Siedlungsplatz Göttgerath (Lambertkoordinaten X 284,10 Y 122,25). Vor und nach dem ersten Weltkrieg zeigte sich die Büllinger Gemeindebehörde an der alten Siedlung Göttgerath äußerst interessiert, sodass in den 1910er bzw. 1920er Jahren mehrere Probegrabungen stattfanden.


1983 führte der ZVS-Geschichtsverein eine systematische Grabungskampagne durch. Sehr schnell stieß man auf Fundamente, die eine Breite von 1,10 bis 1,15m aufwiesen. In etwa 0,80 bis 1m Tiefe wurden zahlreiche Scherben gefunden, die mehreren Siedlungsperioden (ungefähr zwischen 1200 und 1500) angehören. Sie stammen mehrheitlich aus örtlichen Produktionsstätten oder sind Erzeugnisse aus Brunssum-Schinveld. Umfangreiche Brandspuren lassen auf eine Zerstörung der Siedlung durch Feuer schließen. Mehrere Hinweise (wie Lehm, feiner weißer Sand und Strohreste) wurden am Rande der Fundamente gefunden und könnten auf einen Fachwerkbau schließen lassen (JENNIGES H.: Münzen, Scherben, Steine, 1986, S.83).


Die gemachten Funde zeigen, dass Göttgerath ein Gebiet ist, das Jahrhunderte lang besiedelt worden ist. Die früher geäußerte Vermutung, Göttgerath sei römischen Ursprungs, konnte bisher durch keinen Fund bewiesen werden. Göttgerath muss ein umfangreicher Siedlungskomplex gewesen sein, der sich vermutlich um einen Kern gruppierte, dessen Fundamente 1983 zum Teil ausgegraben wurden (Idem).

 

Auszug aus LETERME C.: Das archäologische Potential des Gebietes der Deutschsprachigen Gemeinschaft, 2004, S. 30-31.

Typologie Siedlung
Maßnahmen Geländeaufnahme
Funde Ja
Honsfeld/Büllingen
Belgien